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	<title>Andreas Sten-Ziemons &#187; az</title>
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	<description>Auf dem Rennrad von den Lofoten zum Nordkapp</description>
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		<title>Endstation Sehnsucht</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 08:48:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Donnerstag – 7. Juli: Ich hab&#8217;s geschafft! Nach elf Tagen im Sattel und knapp 700 Kilometern quer durch Nordnorwegen stand ich am frühen Nachmittag auf dem Nordkapp. Vorher musste ich allerdings noch meine &#8220;Königsetappe&#8221; hinter mich bringen. Wer auf Meereshöhe &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=250">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_260" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/globus.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/globus-300x225.jpg" alt="Der Nordkapp-Globus um Mitternacht" title="Der Nordkapp-Globus um Mitternacht" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-260" /></a><p class="wp-caption-text">Der Nordkapp-Globus um Mitternacht</p></div><strong>Donnerstag – 7. Juli:</strong> Ich hab&#8217;s geschafft! Nach elf Tagen im Sattel und knapp 700 Kilometern quer durch Nordnorwegen stand ich am frühen Nachmittag auf dem Nordkapp. Vorher musste ich allerdings noch meine &#8220;Königsetappe&#8221; hinter mich bringen.<span id="more-250"></span></p>
<p>Wer auf Meereshöhe das Radeln anfängt und das ca. 300 Meter hohe Nordkapp-Plateau zum Ziel hat, der kann davon ausgehen, dass er irgendwo unterwegs mindestens genau diese dreihundert Höhenmeter hinaufstrampeln muss. Soviel war auch mir vor meiner letzten Etappe klar. Was ich allerdings nicht wusste war, dass ich diese Übung zumindest teilweise gleich mehrfach zu vollführen hatte. Meinen Anhänger und das Gepäck hatte ich vorsorglich direkt zuhause bzw. im Vandrerhjem in Honningsvåg gelassen, wo ich früh morgens von Olderfjord mit dem Bus hingefahren war. Eine ziemliche Erleichterung. Nicht nur, was das Bergauffahren, sondern auch was die Bewegungsfreiheit angeht. Vorher hatte ich fast jedes Foto mit dem Rad zwischen den Beinen gemacht, weil ich meinen Ein-Mann-Zug immer irgendwo hätte anlehnen müssen, was selten ging. Diesmal war ich viel flexibler, konnte mein Rad mal ablegen und herumlaufen und sogar ein Selbstauslöserbild, das mich während der Fahrt zeigt, war drin.</p>
<p><div id="attachment_252" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/anstieg.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/anstieg-300x225.jpg" alt="Der erste Anstieg" title="Der erste Anstieg" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-252" /></a><p class="wp-caption-text">Der erste Anstieg</p></div>Die Strecke, auch wenn sie nur noch rund 35 Kilometer lang war, war recht hart. Zunächst führte die Straße für zwei Kilometer flach am Wasser entlang, dann aber musste zum ersten Mal die Reise nach oben angetreten werden. In mehreren Serpentinen ging es rauf auf 300 Meter. Und fast direkt wieder runter – zwar nicht ganz auf Meereshöhe, aber weit genug. Dann folgte der nächste lange und steile Anstieg und die nächste Abfahrt. Dieses Spiel wiederholte sich mehrfach. Anreiz und Motivation waren da zumindest, dass ich schon seit geraumer Zeit mein Ziel, die Nordkapphalle, sehen konnte – leider aber auch die Senken und Anstiege, die noch vor mir lagen.</p>
<p><div id="attachment_253" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/angekommen.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/angekommen-300x225.jpg" alt="Angekommen!" title="Angekommen!" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-253" /></a><p class="wp-caption-text">Angekommen!</p></div>Nach zweieinhalb Stunden war ich dann endlich da. An der Schranke musste ich noch 150 Kronen Eintritt zahlen, der Kassierer im Häuschen wurde genötigt, ein Foto von mir zu machen und ich durfte aufs Kapp. Auf dem äußersten Plateau bei 71º 10&#8242; 21&#8221; Nord angekommen, wo auf einem Podest ein fünf Meter hoher Stahlglobus steht, war aber erst mal Hinten-Anstellen angesagt, bevor auch ich ein Erinnerungs- und Beweisfoto schießen konnte. Ein älterer deutscher Busreisender aus Güstrow war so freundlich, diese Aufgabe zu übernehmen. Als ich wieder vom Globus runter gestiegen war, um mich ein bisschen in der Sonne auszuruhen, kletterte auch schon der nächste Radler samt Fahrrad rauf. Ein, wie sich im etwas wirren Gespräch herausstellen sollte, noch viel härterer Knochen als ich selbst. </p>
<p><div id="attachment_254" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/knochen.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/knochen-300x225.jpg" alt="In Nantes gestartet" title="In Nantes gestartet" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-254" /></a><p class="wp-caption-text">In Nantes gestartet</p></div>Es war ein 69-jähriger Franzose, den ich schon auf der Strecke überholt hatte. Er war in Nantes an der französischen Atlantikküste losgeradelt und hatte inzwischen entweder 7.000 oder sogar schon 10.000 Kilometer zurückgelegt. Ich habe es leider nicht genau verstanden. Aber auch meine Hinweise, dass ich kein oder &#8211; nur mit viel Wohlwollen &#8211; ein wenig Französisch spreche, haben ihn nicht davon abgehalten, pausenlos auf mich einzureden. Ich habe ihm dann noch geholfen, einige Fotos zu schießen, bei denen er jede seiner Packtaschen mit einem eigens dafür vorbereiteten Namensschild versehen hat. Könnte ich besser Französisch, wüsste ich jetzt warum. Ich gehe aber davon aus, dass er mir erklärt hat, seine  gesamte Ausrüstung sei von Freunden zusammen geliehen, bei denen er sich so bedanken wolle. Kaum eine Stunde nachdem er ankommen war, hat er sich auch schon wieder auf den Rückweg gemacht – erst mal Richtung Rovaniemi in Finnland und dann mal gucken&#8230; </p>
<p><div id="attachment_255" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/diorama.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/diorama-300x225.jpg" alt="Diorama mit Negri (l.) und Chulalongkorn" title="Diorama mit Negri (l.) und Chulalongkorn" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-255" /></a><p class="wp-caption-text">Diorama mit Negri (l.) und Chulalongkorn</p></div>Nach dem Frischmachen und Umziehen auf einer der geräumigen Behinderten-Toiletten, bin ich losgezogen und habe mir die Nordkapphalle angesehen. Alles war im Grunde noch genauso, wie ich es von meinem letzten Besuch vor elf Jahren kannte. Oben die große Halle mit Restaurant, Kaffee-Bar und Souvenir-Laden. In der unteren Etage das Panorama-Kino und der Tunnel in die Grotten-Bar. In den Tunnelwänden einige Dioramen mit wichtigen historischen Stationen des Nordkapps. So zum Beispiel der Besuch des italienischen Priesters Francesco Negri, der 1664 der erste Tourist auf dem Nordkapp war. Oder Siams König Chulalongkorn, der 1907 am Nordkapp war und seinen Namen in einen Stein geritzt hat. Den Stein kann man in der Eingangshalle noch bewundern, unten im Tunnel gibt es ein thailändisches Museum mit großer Chulalongkorn-Statue. Ganz am Ende des Tunnels liegt dann die Bar, die sich unter dem Nordkapp-Plateau in einer großen Felshöhle befindet und durch deren Panoramafenster man raus aufs Eismeer blicken kann.</p>
<p>Zurück im Kino bin ich beim Film, der in schönen Bildern das Nordkapp und die Insel Magerøy im Wechsel der Jahreszeiten zeigt, dann eingeschlafen, so müde war ich. Bei Filmende wieder wach, musste ich mir immer noch die restlichen knapp sechs Stunden bis zur Mitternachtssonne vertreiben. Daher habe ich eine Runde an der frischen Luft gemacht, bis mich kalter Wind und aufziehender Nebel wieder rein getrieben haben. Nach einem heißen Kakao, dann der zweite Versuch, den Film ganz zu sehen, aber: zu spät! Mittlerweile waren die Touristenbusse, die das Nordkapp jeden Abend zu Dutzenden überschwemmen, angekommen und im Tunnel vor dem Kino hatte sich eine lange Schlange gebildet, in der ich wohl eine Stunde hätte warten müssen.</p>
<p><div id="attachment_257" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/halle.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/halle-300x225.jpg" alt="Die Halle füllt sich" title="Die Halle füllt sich" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-257" /></a><p class="wp-caption-text">Die Halle füllt sich</p></div>Daher habe ich mich in die Halle gesetzt, die nun ebenfalls randvoll mit Besuchern war. Hier war alles geboten, was dem Schöpfer von Touristen-Stereotypen so eingefallen ist: deutsche Bus-Touristen mit Filzhut, Kniebundhose und Spazierstock, gestikulierende Italiener, kichernde Chinesen und in dicke Daunenjacken eingemummelte Japanerinnen mit Mundschutz, einer davon sogar im Snoopy-Design. Den Vogel abgeschossen hat ein – vermutlich deutsches – Rentnerpärchen, das etwas unrund und hüftlahm hintereinander durch die Halle wankte. Er durfte rotgesichtig vorneweg gehen, musste dafür aber ihre Handtasche tragen, die er sich kurzerhand um den Hals gehangen hatte. Und da es sich um ein Modell mit eher kurzen Henkeln handelte, bommelte das koffergroße und perlmuttfarbene Ding direkt unter seinem Kinn&#8230;</p>
<p>Irgendwann war es dann aber soweit: Die Sonne senkte sich immer weiter dem Meer zu, der Nebel verzog sich und um Punkt zwölf war trotz einiger Wölkchen tatsächlich die schönste Mitternachtssonne zu bewundern. Entweder, was viele vorzogen, durch die großen Fenster der Halle von drinnen, oder – dann aber im kalten Ostwind, der mit einigen Windstärken über den Felsen pfiff – von draußen. </p>
<p>Und da stand ich nun also &#8211;  müde und glücklich, nach zwölf Tagen und anstrengenden 694 Kilometern auf dem Rad, die zwar mit schmerzenden Oberschenkeln, aber ohne Verletzung und ohne auch nur die kleinste Panne abgelaufen waren und blinzelte mitten in der Nacht vom Nordkappfelsen in die Sonne. Für diesen Moment hatte ich das alles gemacht – ein wunderschöner Eindruck und der krönende Abschluss für eine schöne Reise. </p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/abschluss.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/abschluss.jpg" alt="" title="" width="720" height="405" class="aligncenter size-full wp-image-258" /></a></p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=287">Und hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Willkommen am Arsch der Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 20:47:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mittwoch – 6. Juli: Die heutige, recht kurze Nacht habe ich an Bord der Hurtigrute verbracht und mich von Skjervøy zwei Häfen weiter nach Hammerfest schippern lassen. Eine anstrengende Tagesetappe im Fahrradsattel später bin ich jetzt schon auf der Zielgeraden &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=233">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_237" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Skaidi.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Skaidi-300x225.jpg" alt="Ortseingang Skaidi" title="Ortseingang Skaidi" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-237" /></a><p class="wp-caption-text">Ortseingang Skaidi</p></div><strong>Mittwoch – 6. Juli:</strong> Die heutige, recht kurze Nacht habe ich an Bord der Hurtigrute verbracht und mich von Skjervøy zwei Häfen weiter nach Hammerfest schippern lassen. Eine anstrengende Tagesetappe im Fahrradsattel später bin ich jetzt schon auf der Zielgeraden zum Nordkapp.<span id="more-233"></span></p>
<p>Ich hätte mich gestern vielleicht doch etwas positiver über Skjervøy äußern und nicht ganz so deutlich darauf hinweisen sollen, dass das öffentliche Leben dort nach 16 Uhr im Grunde ein Ende findet. Die Strafe kam prompt: Wie das Schicksal es wollte, hatte die Hurtigrute – sonst für ihre Pünktlichkeit bekannt –  diesmal zwei Stunden Verspätung. Was mir 120 weitere lange Minuten im schönen Skjervøy bescherte und kalte Füße, da der Warteraum am Hurtigruten-Kai nicht wirklich gut isoliert war.</p>
<p><div id="attachment_238" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Nordstjernen.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Nordstjernen-300x225.jpg" alt="Die MS Nordstjernen" title="Die MS Nordstjernen" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-238" /></a><p class="wp-caption-text">Die MS Nordstjernen</p></div>Da war es auch kein allzu großer Trost, dass ich mit der &#8220;Nordstjernen&#8221;, einem der Schmuckstücke der Hurtigrute reisen durfte. Das Schiff ist 1956 gebaut worden. Es ist damit das älteste der Flotte und wird nur noch zeitweise im Linienbetrieb eingesetzt. Doch müde wie ich war, hatte ich kaum einen Blick für das stilvolle Ambiente, das wohl immer noch so aussieht, wie schon vor 55 Jahren. Stattdessen habe ich mich einfach im Salon auf eines der bequemen Sofas gehauen und bin sofort eingeschlafen. Als ich die Augen wieder aufschlug hatte die &#8220;Nordstjernen&#8221; auch schon in Hammerfest angelegt. Da blieb nur noch kurz Zeit, sich umzuziehen und schon stand ich um 6:00 Uhr morgens wieder draußen in Kälte und Nieselregen.</p>
<p><div id="attachment_239" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Hammerfest.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Hammerfest-300x225.jpg" alt="Blick auf Hammerfest und Melkøya" title="Blick auf Hammerfest und Melkøya" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-239" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf Hammerfest und Melkøya</p></div>Um wenigstens ein bisschen warm zu werden und die Muskeln langsam auf die Anstiege des Tages vorzubereiten, habe ich erst mal eine kleine Runde durch Hammerfest gedreht. Direkt am Hafen musste ich zunächst am berühmten &#8220;Eisbärenclub&#8221; vorbei (The Royal and Ancient Polar Bear Society), bei dem jeder Besucher gegen eine einmalige Spende Mitglied werden kann. Zweck des Clubs ist die Finanzierung eines kleinen Museums, zu dem jedes Mitglied lebenslang freien Eintritt hat. Hammerfest ist die nördlichste Stadt Europas und eine der ältesten in Nordnorwegen. In einem Halbkreis liegt sie in einer langgestreckten Bucht. Eine richtige Altstadt sucht man aber leider vergeblich, da die deutschen Besatzer bei ihrem Rückzug kurz vor Ende des 2. Weltkriegs weite Teile zerstört haben, um den Alliierten nichts zu hinterlassen, was noch von Nutzen wäre. Aus Hammerfest heraus geht es zunächst steil bergauf und man hat einen guten Blick auf die gesamte Bucht und die große Erdgasverflüssigungsanlage auf der Insel Melkøya. </p>
<p><div id="attachment_242" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Rentiere.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Rentiere-300x225.jpg" alt="Rentiere am Straßenrand" title="Rentiere am Straßenrand" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-242" /></a><p class="wp-caption-text">Rentiere am Straßenrand</p></div>Die Straße führte jetzt an der Küste entlang nach Südosten zurück Richtung norwegisches Festland. Einen Straßenrand gab es nicht. Er wurde ersetzt durch eine kleine Betonmauer, die zum einen den Absturz ins kalte Wasser verhindern sollte, zum anderen aber auch, dass die Rentiere, die zu hunderten auf der Insel weiden, ständig auf der Straße herumstehen – was sie in einigen Fällen aber trotzdem getan haben. Nachteil der Mauer: Man kann auch bei steilsten Anstiegen nicht mehr anhalten, will man nicht mitten auf der Straße im Weg rumstehen. Auch das Wetter wurde besser, die Sonne kam raus, bald hatte ich über die Kvalsundbrücke das Festland erreicht und bog nach 50 Kilometern von der Küste in den Wald ab.</p>
<p><div id="attachment_245" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Skaidi-Zentrum.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Skaidi-Zentrum-300x225.jpg" alt="Skaidi Zentrum" title="Skaidi Zentrum" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-245" /></a><p class="wp-caption-text">Skaidi Zentrum</p></div>Dort ging es noch ein paar Höhenmeter bergauf und ich war in Skaidi angekommen, dem – und das sage ich ganz objektiv &#8211; Arsch der Welt. Der Ort hat im Grunde nur deshalb eine Bedeutung, weil hier die Straße von Hammerfest wieder auf die E6, die Hauptverbindungsstraße Norwegens in Nord-Süd-Richtung trifft. Er besteht aus einer Tankstelle mit angeschlossenem Motel und Campingplatz, einem Hotel und einem Souvenirshop, in dem man sein Geld für allerhand teuren Nippes ausgeben kann. Lange habe ich mich daher in Skaidi nicht aufgehalten, sondern bin lieber weiter gefahren. Die E6 führte jetzt fast sieben Kilometer stetig steil bergauf, dann in der Höhe an einem Fluss entlang und schließlich steil bergab zum Porsangerfjord, wo ich nach 85 Kilometern mein Tagesziel, Olderfjord, erreicht habe.</p>
<p>Hier bewohne ich für eine Nacht eine kleine Hütte auf einem recht stiefmütterlich gepflegten Campingplatz und bin ein wenig enttäuscht, weil sich abzeichnet, dass ich wohl nicht ganz die Strecke radeln werde, die ich mir vorgenommen hatte. Da auf den kommenden 90 Kilometern nach Honningsvåg ganze fünf Tunnel liegen, unter anderem der vier Kilometer lange Honningsvåg-Tunnel und der sieben Kilometer lange Nordkapp-Tunnel, der unterm Meer auf die Nordkappinsel Magerøy führt, wollte ich einen Teil der Strecke mit dem Bus fahren, den tunnelfreien Teil in der Mitte (ca. 40 Kilometer) radeln und vor dem Nordkapptunnel wieder in den Bus steigen. Leider fährt der aber nur zweimal am Tag. Nämlich morgens um 8:30 Uhr und dann erst wieder am späten Nachmittag um 16:50 Uhr. Das würde aber bedeuten, dass ich irgendwo auf offener Strecke stundenlang auf den nächsten Bus warten müsste. Und da habe ich nun wirklich keine Lust drauf &#8211; schon gar nicht nach meinem Tag in Skjervøy.</p>
<p>Stattdessen werde ich mich daher die ganze Strecke nach Honningsvåg mitnehmen lassen, ins <em>Vandrehjem</em>, wo ich schon ein Zimmer vorbestellt habe, einziehen und mich umgehend auf die letzten 35 Kilometer zum Nordkapp machen. Das Wetter soll morgen ohnehin schöner sein als Freitag, von daher sind meine Chancen auf die Mitternachtssonne besser als einen Tag später (und es wäre ja wohl noch schöner, wenn ich den ganzen Weg hier raus radele, nur um dann auf dem Nordkappfelsen im Nebel zu stehen&#8230;). Einziger Wermutstropfen: Meine Gesamtstrecke wird dann wahrscheinlich knapp unterhalb der 700 Kilometermarke enden. Eigentlich hatte ich gedacht, ich würde mehr Kilometer sammeln&#8230;</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=286">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>In der Warteschleife</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 19:18:25 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Dienstag – 5. Juli: Da ich gestern fast anderthalb Tagesstrecken hinter mich gebracht hatte, war heute nicht wirklich viel zu tun. Doch obwohl ich den Tag sehr gemächlich angegangen bin und trotz aller Umwege und Pausen, war das Schwierigste, die &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=217">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_221" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/touristeninfo.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/touristeninfo-300x225.jpg" alt="Die Touristeninformation von Skjervøy" title="Die Touristeninformation von Skjervøy" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-221" /></a><p class="wp-caption-text">Die Touristeninformation von Skjervøy</p></div><strong>Dienstag – 5. Juli:</strong> Da ich gestern fast anderthalb Tagesstrecken hinter mich gebracht hatte, war heute nicht wirklich viel zu tun. Doch obwohl ich den Tag sehr gemächlich angegangen bin und trotz aller Umwege und Pausen, war das Schwierigste, die viele Zeit totzuschlagen.<span id="more-217"></span></p>
<p>Erst mal habe ich meinen Aufenthalt in meiner Hütte so lange raus gezögert wie es nur ging. Mittags bin ich dann aber doch aufs Rad gestiegen, allerdings mit dem Plan, zunächst noch eine kleine Halbinsel zu umrunden (fünf Kilometer Umweg) und mich danach auf jeden Fall nicht zu beeilen. Dieser Plan wurde allerdings bald durch eine Baustelle auf der E6 durchkreuzt. Eine Seite der Straße war auf zwei Kilometern gerade frisch geteert worden. Daher mussten alle Fahrzeuge zunächst am Baustellenanfang warten und dann in einer Kolonne hinter einer Art Safety Car (norwegisch: <em>ledebil</em>) herfahren. Da ich mitten in der Schlange war und nicht überholt werden konnte – rechts war der noch dampfende Asphalt – habe ich wohl oder übel mit in die Pedale getreten, um dem <em>ledebil</em>, das mit knapp 40 km/h vorne weg fuhr, folgen zu können. Zum Glück war die Strecke nicht lang und mehr oder minder flach.</p>
<p><div id="attachment_223" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/bushaltestelle.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/bushaltestelle-300x225.jpg" alt="Warten auf den Bus" title="Warten auf den Bus" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-223" /></a><p class="wp-caption-text">Warten auf den Bus</p></div>Bald war ich in Langslett angekommen, meinem Tagesziel, was das Radfahren anging. Von hier wollte ich den Bus nach Skjervøy nehmen und mir so zwei lange Tunnel ersparen. Während meiner Wartezeit fiel mir auf, dass der Tachometerstand bei einer Gesamtstrecke von 569 Kilometern angekommen war. Das ist zufälligerweise genau die Distanz, die ich auch in den knapp fünfeinhalb Monaten Vorbereitung (unterbrochen durch sechs Wochen Allergiepause) zwischen Köln und Bonn und in den Ausläufern des Bergischen Landes zusammengebracht hatte. Diesmal hatte ich nur neun Tage gebraucht.</p>
<p><div id="attachment_224" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/bus.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/bus-300x225.jpg" alt="So geht es deutlich schneller" title="So geht es deutlich schneller" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-224" /></a><p class="wp-caption-text">So geht es deutlich schneller</p></div>Der Bus kam, der Busfahrer half mir mein Zeug einzuladen und los ging&#8217;s. Außer mir saß nur noch ein anderer Fahrgast mit im Bus. Es war übrigens eine weise Entscheidung, die Tunnel nicht auf dem Fahrrad zu durchqueren: Besonders der gut zwei Kilometer lange Maursundtunnel, der 92 Meter unter dem Meer auf die nächste Insel führt, wäre sehr unangenehm geworden. Eine enge Röhre geht erst in einer steilen Rechtskurve nach unten bis man die Talsohle erreicht hat und nach 200 Metern Flachstrecke in der nächsten Rechtskurve auch schon wieder steil bergauf. Noch dazu fanden im Tunnel gerade Bauarbeiten statt. Die Autos wurden daher – genau wie vorher auf der E6 – gesammelt und mussten Kolonne fahren. Da hätte ich mit dem Fahrrad nur den Verkehr aufgehalten oder wäre zurückgefallen und am Ende noch in den Gegenverkehr geraten.</p>
<p><div id="attachment_225" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/hauptstraße.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/hauptstraße-300x225.jpg" alt="Einsamer Rollator auf Skjervøys Hauptstraße" title="Einsamer Rollator auf Skjervøys Hauptstraße" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-225" /></a><p class="wp-caption-text">Einsamer Rollator auf Skjervøys Hauptstraße</p></div>Nach 45-minütiger Busfahrt war Skjervøy erreicht. Ein kleiner Plausch mit dem Busfahrer und eine kurze Einkaufsrunde waren schnell erledigt aber immer noch waren fast sieben Stunden übrig, bis mich um 22:45 Uhr die Hurtigrute abholen würde. Was macht man bloß mit soviel Zeit? Erstmal auf der Toilette im Hafen-Imbiss umziehen. Danach in die Touristeninformation, um herauszufinden, ob es ein Café mit Internetzugang gibt. Ging nicht – die Touristeninfo war schon seit 15 Uhr geschlossen. Also rüber ins Café Nordlys, wo ich aber nur noch die Putzfrau getroffen habe – auch hier war geschlossen. Gleiches galt für das Sport- und das Möbelgeschäft, die man sich vielleicht hätte anschauen können, und auch für den Buchladen. 16:15 Uhr &#8211; auf der Straße war kein Mensch. In Skjervøy scheinen sich noch nicht einmal Fuchs und Hase &#8220;Gute Nacht!&#8221; zu sagen, aber das auch nur, weil sie schon vorher vor lauter Langeweile eingeschlafen sind.</p>
<p>Nur beim Damenfriseur war noch offen. Da ich meine Frisur aber noch ganz in Ordnung fand, bin ich stattdessen nach kurzer Fotorunde durch die &#8220;City&#8221; in der menschenleeren Bar des ortsansässigen &#8220;Hotel Maritim&#8221; eingekehrt. Da lief zur Motivation für den weiteren Weg die Tour de France im Fernsehen und es gab heißen Kakao für fünf Kronen die Tasse. So kann man die Zeit auch rumbringen.</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=249">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Unterwegs in der Twilight Zone</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 21:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>az</dc:creator>
				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag – 4. Juli: Heute morgen in meinem Hotelzimmer in Tromsø habe ich noch kurz überlegt, ob ich meinen Aufenthalt nicht doch einfach um 24 Stunden verlängern und einen Ruhetag in der Stadt einlegen soll. Vielleicht hätte ich es einfach &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=195">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_201" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/lyngenalpen1.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/lyngenalpen1-300x225.jpg" alt="Die Lyngenalpen" title="Die Lyngenalpen" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-201" /></a><p class="wp-caption-text">Die Lyngenalpen</p></div><strong>Montag – 4. Juli:</strong> Heute morgen in meinem Hotelzimmer in Tromsø habe ich noch kurz überlegt, ob ich meinen Aufenthalt nicht doch einfach um 24 Stunden verlängern und einen Ruhetag in der Stadt einlegen soll. Vielleicht hätte ich es einfach machen sollen – mein Tag wäre mit Sicherheit angenehmer verlaufen.<span id="more-195"></span> </p>
<p>Dabei fing alles so gut an: Ich wollte von Tromsø nach Lyngseidet, ein Dorf auf der Westseite des Lyngenfjords, der bekannt ist für sein wunderschönes Bergpanorama mit den schneebedeckten Lyngenalpen. Auf der E8 nach Westen raus aus Tromsø hat mich der Rückenwind angetrieben und obwohl einige lange und gemeine Steigungen dabei waren kam ich sehr schnell voran. Dann bei der ersten Pause aber der Schock: Ich hatte meine Trinkflaschen vergessen! Eine Schrecksekunde später fiel mir zum Glück ein, dass ich sie nur für den Transport raus aus dem Hotel in den Rucksack gepackt hatte. Alles gut also, es konnte weitergehen. Nachdem die E8 sich in Form eines weiteren knackigen Anstieges mit einem Tritt in den Hintern von mir verabschiedet hatte, bog ich links ab auf die N91, die zunächst steil bergauf führte. </p>
<p><div id="attachment_202" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/breivikeidet.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/breivikeidet-300x225.jpg" alt="Der Fähranleger von Breivikeidet" title="Der Fähranleger von Breivikeidet" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-202" /></a><p class="wp-caption-text">Der Fähranleger von Breivikeidet</p></div>Hinzu kam – da ich schon seit geraumer Zeit nach Nordosten fuhr – ein heftiger Gegenwind. Dazu war die N91, die mich auf direktem Weg durch ein Hochtal unter den Ausläufern der Lyngenalpen nach Breivikeidet zur Fähre bringen sollte, schlecht: eine aneinandergereihte Reihe von Schlaglöchern, und kilometerlange Abschnitte mit Bauzonen. Das bedeutet: 500 Meter schlechter Asphalt und 100 Meter Schotterpiste im Wechsel. Endgültig keine Lust mehr hatte ich dann auf den letzten 500 Metern zum Fähranleger. Hier gab es gar keine Straße mehr, sondern nur noch Schotter, da der ganze Bereich gerade neu gebaut wurde. Die Wartezeit auf die Fähre verbrachte ich zusammengekauert im Windschatten meines Anhängers, der an einem Schild mit einer Übersicht der Übernachtungsmöglichkeiten in der Lyngen-Region lehnte. Ich suchte mir einen Gasthof in Lyngseidet aus und rief direkt mal an. Leider war die Telefonnummer nicht mehr aktuell, so dass ich auf gut Glück dort vorbeifahren musste.  </p>
<p><div id="attachment_203" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/kjosenfjord.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/kjosenfjord-300x225.jpg" alt="Der Kjosenfjord" title="Der Kjosenfjord" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-203" /></a><p class="wp-caption-text">Der Kjosenfjord</p></div>Die nächste Teilstrecke war eine Wohltat: Den Kjosenfjord entlang ging es meistens bergab nach Lyngseidet &#8211; bei guten Straßenverhältnissen und wenig Verkehr. An meinem Tagesziel angekommen gab es aber auch den Gasthof zur fehlenden Telefonnummer nicht mehr, obwohl er eigentlich direkt an der N91 hätte liegen sollen. Vielleicht hätte ich schon misstrauisch werden sollen, als es auf der Internetseite hieß, dass man den ganzen Laden mieten oder noch besser kaufen könne. Auch sonst kein Hinweis auf eine Übernachtungsmöglichkeit. Also habe ich das zweite Hotel im Ort angerufen, um herauszufinden, wohin ich denn radeln müsste, um wenigstens dort unterzukommen. Schlauerweise hatte ich mir gleich zwei Telefonnummern notiert. Die erste – Überraschung! – war nicht mehr aktuell, bei der zweiten meldete sich nur ein Anrufbeantworter mit dem Hinweis, man könne den Anruf nicht annehmen, aber ich solle doch eine Nachricht hinterlassen&#8230;</p>
<p><div id="attachment_204" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/olderdalen.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/olderdalen-300x225.jpg" alt="Auf der Fähre nach Olderdalen" title="Auf der Fähre nach Olderdalen" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-204" /></a><p class="wp-caption-text">Auf der Fähre nach Olderdalen</p></div>Weil ich das für keine sehr zielführende Idee hielt und ohnehin gerade die Fähre nach Olderdalen anlegte, bin ich einfach an Bord gerollt, um mein Glück auf der anderen Seite des Lyngenfjords zu versuchen. Schnell hatte ich via Handy im Internet ermittelt, dass es direkt am Fähranleger einen weiteren Gasthof gab und man dort Zimmer mieten konnte. Dort angekommen folgte aber der nächste Nackenschlag. Auch diesen Gasthof gab es nicht mehr, er war mittlerweile in ein Asylantenheim umgewandelt worden. Also musste ich in den sauren Apfel beißen und weitere 19 Kilometer auf der schmalen, hügeligen und stark befahrenen E6 zum nächsten Campingplatz in Djupvik hinter mich bringen. Diesmal wieder bei starkem Gegenwind.</p>
<p>Da ich nun ohnehin schon viel weiter gefahren war als ursprünglich geplant und die nächste Tagesetappe recht kurz werden würde (mit dem Rad gerade mal 14 Kilometer nach Langslett und von dort – wegen der Tunnel – mit dem Bus raus nach Skjervøy, um abends die Hurtigrute nach Hammerfest zu nehmen), hatte ich die gute Idee, einfach schon in Djupvik in den Bus zu steigen, so einen ganzen Reisetag zu sparen und diesen dann in Hammerfest in Form eines Ruhetags abzufeiern. Aber auch das sollte mir verwehrt bleiben. In Djupvik angekommen musste ich feststellen, dass es keine direkte Busverbindung gab und der letzte Bus von Langslett schon weg war (seit 19:01 Uhr !!!). Und ich muss wohl nicht erwähnen, dass auch der Campingplatz in Djupvik nicht existierte. </p>
<p><div id="attachment_205" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/hütte.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/hütte-300x225.jpg" alt="Eines meiner zwei Schlafzimmer für heute Nacht" title="Eines meiner zwei Schlafzimmer für heute Nacht" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-205" /></a><p class="wp-caption-text">Eines meiner zwei Schlafzimmer für heute Nacht</p></div>Glücklicherweise hatte ich ein paar hundert Meter vorher ein Hinweisschild auf eine Ferienhütte mit Dusche gesehen. Dorthin bin ich zurück geradelt und habe so die 93 Tageskilometer vollgemacht. Jetzt bewohne ich eine geräumige und preiswerte Hütte im Garten einer sehr netten Familie. Ich habe geduscht, meine Klamotten sind gewaschen und trocknen draußen in der Sonne. Und wenn ich morgen wach werde, dann tue ich das mit einem herrlichen Blick auf die schneebedeckten Berge auf der anderen Fjordseite. </p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=281">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Das Tor zum Eismeer</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 06:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>az</dc:creator>
				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntag – 3. Juli: Nach harten 75 Kilometern habe ich heute Tromsø erreicht. Und kaum war ich in der größten Stadt des Nordens angekommen, ging auch schon die Sonne auf. Bei rund 20 Grad habe ich daher den Rest des &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=176">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_178" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/panorama.jpg"><img class="size-medium wp-image-178" title="Tromsø von oben" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/panorama-300x225.jpg" alt="Tromsø von oben" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Tromsø von oben</p></div>
<p><strong>Sonntag – 3. Juli:</strong> Nach harten 75 Kilometern habe ich heute Tromsø erreicht. Und kaum war ich in der größten Stadt des Nordens angekommen, ging auch schon die Sonne auf. Bei rund 20 Grad habe ich daher den Rest des Tages für ein bisschen Sightseeing genutzt.<span id="more-176"></span></p>
<p>Doch so entspannt der Tag endete, so hektisch hatte er angefangen. Etwas spät losgekommen, musste ich mich auf den ersten elf Kilometern über mehrere Steigungen und mit Gegenwind ordentlich beeilen, um die Fähre zur nächsten Insel, Kvaløya, noch zu bekommen. Ansonsten hätte ich gut zwei Stunden auf die nächste warten müssen. Auf der Fähre war dann bei bestem Wetter erst mal Entspannung angesagt. Aber nur kurz: Schon bald war Kvaløya erreicht und es ging wieder aufs Fahrrad.</p>
<div id="attachment_181" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/pause.jpg"><img class="size-medium wp-image-181" title="Blaubeer-Marmeladen-Brot an der Bushaltestelle" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/pause-300x225.jpg" alt="Blaubeer-Marmeladen-Brot an der Bushaltestelle" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blaubeer-Marmeladen-Brot an der Bushaltestelle</p></div>
<p>Einmal durch die Klippen die Küstenstraße herunter und um ein Fjordende herum und schon war die Sonne wieder weg &#8211; was blieb war der Gegenwind, auch als es steil bergauf in ein Hochtal ging. Oben war es dann bei rund zehn Grad relativ kalt. Nach steiler Abfahrt und mit heißen Bremsen wieder unten angekommen hatte ich schon rund 50 Kilometer geschafft und brauchte erst mal eine Pause. Aus irgendeinem Grund war nämlich das Essen diesmal zu kurz gekommen und ich hatte dementsprechend müde Beine. Satt aber immer noch recht schlapp habe ich die restlichen 25 Kilometer nach Tromsø dann etwas langsamer angehen lassen.</p>
<div id="attachment_184" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/walfänger.jpg"><img class="size-medium wp-image-184" title="Das Denkmal der Walfänger" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/walfänger-300x225.jpg" alt="Das Denkmal der Walfänger" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Denkmal der Walfänger</p></div>
<p>Dort angekommen schien wieder die Sonne und so wollte ich dann doch nicht im Hotelbett liegen und schlafen, sondern ein bisschen was von der Stadt sehen, die man auch &#8220;Paris des Nordens&#8221; nennt. Ein durchreisender Franzose soll ihr den Namen gegeben haben. Warum, habe ich leider nicht ganz klären können. Irgendwo habe ich gelesen, das ähnliche Flair der beiden Städte sei der Grund gewesen. Sobald die Sonne raus komme, seien in Tromsø im Sommer auch bis tief in die Nacht noch die Straßenmusiker aktiv. Ehrlich gesagt habe ich auf meiner Runde durch die Innenstadt trotz 20 Grad und Sonntag keinen einzigen Straßenmusiker getroffen. Mein Tipp ist daher: Dem französischen Reisenden muss damals aufgefallen sein, dass Tromsø mit seiner Insellage in einer Meerenge von oben genau so aussieht, wie die Île de la Cité in der Seine in Paris.</p>
<div id="attachment_183" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/tromsö.jpg"><img class="size-medium wp-image-183" title="Blick auf den Hafen" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/tromsö-300x225.jpg" alt="Blick auf den Hafen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf den Hafen</p></div>
<p>Trotzdem ist Tromsø eine schöne Stadt, die es sich durchaus lohnt, genauer anzusehen. Ich wollte das von unten und von oben tun. Das geht vom <em>Storsteinen</em>, dem Hausberg, der auf der anderen Seite des Sunds liegt und auf den eine Seilbahn, der <em>Fjellheisen</em>, hinaufführt. Nachdem der Taxifahrer, den ich zum Glück vorher nach dem Preis gefragt habe, für die ca. drei Kilometer lange Fahrt umgerechnet rund 18 Euro haben wollte, bin ich doch lieber gelaufen. Vorbei an Domkirche, Amundsen-Denkmal, Hurtigruten-Kai und Hafen mit Walfänger-Denkmal und über die Tromsø-Brücke, rüber zur Eismeerkathedrale und weiter zur Talstation.</p>
<div id="attachment_188" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/kathedrale.jpg"><img class="size-medium wp-image-188" title="Die Eismeerkathedrale" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/kathedrale-300x225.jpg" alt="Die Eismeerkathedrale" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Eismeerkathedrale</p></div>
<p>Auch von der 1000 Meter langen und ungefähr 35 Meter hohen Brücke hatte man schon einen schönen Blick auf Hafen und Altstadt. Allerdings ist der Fußgängerweg, auf dem man hoch über dem kalten Wasser dahingeht, doch eine etwas abenteuerliche Konstruktion: Einzelne, ungefähr einen Quadratmeter große und teilweise recht rostige Metallplatten sind – so scheint es jedenfalls – nur mit ein paar Schräubchen aneinander und am Rest der Brücke festgemacht. Das ganze federt und schwankt fast bei jedem Schritt. Am anderen Ende der Brücke liegt die Eismeerkathedrale, das Wahrzeichen von Tromsø.</p>
<div id="attachment_185" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/seilbahn.jpg"><img class="size-medium wp-image-185" title="Bergstation der Seilbahn" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/seilbahn-300x225.jpg" alt="Bergstation der Seilbahn" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bergstation der Seilbahn</p></div>
<p>Die Fahrt mit der Seilbahn auf den 420 Meter hohen <em>Storsteinen </em>dauert nur wenige Minuten. Oben angekommen hat man einen herrlichen und weiten Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge, den ich erst mal eine Weile in der Sonne genießen musste, bevor ich die Rückfahrt ins Tal angetreten habe. Zurück in die Innenstadt bin ich dann ebenfalls wieder über die schwankende Brücke gelaufen. Ich hoffe, sie hält wenigstens noch ein paar Stunden, denn morgen muss ich mit dem Fahrrad auch noch einmal auf die andere Seite fahren.</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=278">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Hügelig, hügeliger, Senja</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 14:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>az</dc:creator>
				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Freitag &#038; Samstag – 1. und 2. Juli: Viel zu schnell war die Pause vorbei, es musste wieder gestrampelt werden. Dummerweise auf Senja einer der größten Inseln Norwegens, die vor allem für ihre Berge bekannt ist. Ich verstehe jetzt, warum &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=160">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_162" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Anstieg.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Anstieg-300x225.jpg" alt="Straße auf Senja" title="Straße auf Senja" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-162" /></a><p class="wp-caption-text">Straße auf Senja</p></div><strong>Freitag &#038; Samstag – 1. und 2. Juli:</strong> Viel zu schnell war die Pause vorbei, es musste wieder gestrampelt werden. Dummerweise auf Senja einer der größten Inseln Norwegens, die vor allem für ihre Berge bekannt ist.<span id="more-160"></span>  </p>
<p>Ich verstehe jetzt, warum die Profis bei der Tour de France auch an Ruhetagen aufs Rad steigen und 50, 60 oder sogar mehr Kilometer herunterkurbeln. Man bleibt einfach in der Übung. Wie gut, dass die Etappe, die mich am Freitag ein gutes Stück weiter nach Osten bringen sollte, ganz gemächlich anfing: im Liegestuhl auf der Fähre.</p>
<p><div id="attachment_164" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Andenes.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Andenes-300x225.jpg" alt="Blick zurück auf Andenes" title="Blick zurück auf Andenes" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-164" /></a><p class="wp-caption-text">Blick zurück auf Andenes</p></div>Gleich zweimal hieß es Abschied nehmen. Zum einen von Andøya und Andenes, an das ich doch ein wenig mein Herz verloren habe. Wahrscheinlich, weil ich erst morgens um fünf halb schlafend, halb vor mich hin halluzinierend an der ganzen Insel entlang gefahren bin und man dabei doch einen ganz anderen Eindruck von den Dingen bekommt. Aber sicher auch, weil ich hier die sehr beeindruckende Begegnung mit den Pottwalen hatte, die auch am nächsten Morgen noch nachwirkte.</p>
<p>Der zweite Abschied war der von Martin, dem Schweden, den ich schon tags zuvor auf der Wal-Safari wiedergetroffen hatte. Er fuhr ebenfalls nach Senja, um dort dann aber eine andere Route zu nehmen als ich. Während ich mitten durch die Insel hindurch fahren wollte, würde er an der Küste weiter radeln, eine Strecke, die ich für mich wegen der zahlreichen Tunnel und mehrerer steiler Abfahrten, die ich meinen Bremsen nicht zumuten wollte, ausgeschlossen hatte.</p>
<p><div id="attachment_166" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Passhöhe.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Passhöhe-300x225.jpg" alt="Erste &quot;Passhöhe&quot; erreicht" title="Erste &quot;Passhöhe&quot; erreicht" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-166" /></a><p class="wp-caption-text">Erste &quot;Passhöhe&quot; erreicht</p></div>Zunächst aber konnten wir die ersten 25 Kilometer noch gemeinsam in Angriff nehmen und mussten uns dabei auch gleich ganz schön anstrengen. Kaum in Gryllefjord von der Fähre gerollt, wartete der erste knackige Anstieg. Auf rund anderthalb Kilometern ging es vom Fjord auf 172 Meter hoch. Zur Belohnung für die Plackerei wartete oben am Rastplatz eine recht lustige Unterhaltung mit einer Gruppe norwegischer Lehrerinnen, die mit ihrem Auto dort angehalten hatten und &#8211; wie sie mehrfach behaupteten &#8211; ebenfalls auf einer Fahrradtour waren – nur eben im Moment halt gerade ohne Fahrräder&#8230;</p>
<p><div id="attachment_168" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Senjaküste.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Senjaküste-300x225.jpg" alt="Grünes Wasser vor der Küste von Senja" title="Grünes Wasser vor der Küste von Senja" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-168" /></a><p class="wp-caption-text">Grünes Wasser vor der Küste von Senja</p></div>Danach ging es an der Küste weiter, vorbei an felsigen, kleinen Buchten mit weißem Sand und leuchtend grünem Wasser, bis irgendwann der Abzweig kam, an dem mein Weg weiter geradeaus führte, während Martin links abbog. Er hatte mir irgendwann in den vergangenen Tagen erzählt, dass nicht, wie mal erwähnt, Osteuropa sein endgültiges Ziel sein sollte, sondern vielmehr Tibet. Ein Jahr lang will er sich Zeit lassen, um dort anzukommen. Ich hoffe, ich sehe ihn bald mal wieder.</p>
<p><div id="attachment_169" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Schotterpiste.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Schotterpiste-300x225.jpg" alt="Wie soll man hier mit Freude Rennrad fahren?" title="Wie soll man hier mit Freude Rennrad fahren?" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-169" /></a><p class="wp-caption-text">Wie soll man hier mit Freude Rennrad fahren?</p></div>Da ich nun in Richtung Inselmitte unterwegs war, wurde es jetzt erst so richtig steil und das gleich mehrfach und dann auch über mehrere Kilometer. Zum Glück war der Weg zu dem Campingplatz, den ich mir für die Nacht ausgesucht hatte, nicht mehr allzu weit – dachte ich. Doch leider entpuppte sich das, was auf der Internetseite mit &#8220;ausgeschilderte Straße zum Campingplatz&#8221; beschrieben wurde, in Wahrheit als acht Kilometer lange Schotterpiste durch den Wald. Gar nicht gut für Reifen und Nerven, und auch nicht für die Reisegeschwindigkeit.  </p>
<p>Nach einer kalten Nacht im Zelt ging es morgens gezwungenermaßen erst mal wieder auf dem geschotterten Waldweg weiter, bis endlich, nach sechs langsamen Kilometern, die asphaltierte Straße wieder auftauchte. </p>
<p><div id="attachment_170" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Hytte.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/07/Hytte-300x225.jpg" alt="Genug getan für heute - Füße hoch!" title="Genug getan für heute - Füße hoch!" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-170" /></a><p class="wp-caption-text">Genug getan für heute - Füße hoch!</p></div>Dort bin ich dann ganz gut vorangekommen, bis ich mittags nach 55 Kilometern den Tag auf dem Rad für beendet erklärt habe. Bei zehn Grad, Wind und grauem Wetter mit ein bisschen Regen hier und da war mir nicht nach noch mehr zumute. Daher habe ich mir kurz vor der Fährstation, von wo ich morgen früh auf Kvaløya (deutsch: die Wal-Insel) übersetzen und dann weiter nach Tromsø radeln werde, eine Hütte gemietet. Die Heizung ist aufgedreht, ich schaue raus auf Berge und Meer, das nur zehn Meter vor meinem Fenster anfängt, und sehe den Eiderenten beim Tauchen zu.</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=276">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Wal, da bläst er!</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 21:18:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>az</dc:creator>
				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Donnerstag – 30. Juni: Für einen Tag habe ich den Fahrradsattel verlassen und bin von der Straße aufs Wasser gewechselt. Eine Wal-Safari vor der Küste von Andøya stand auf meinem Programm. Ein sehr lohnenswerter Ausflug, bei dem ich den sanften &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=141">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Flosse.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-144" title="Walflosse" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Flosse-300x225.jpg" alt="Walflosse" width="300" height="225" /></a><strong>Donnerstag – 30. Juni:</strong> Für einen Tag habe ich den Fahrradsattel verlassen und bin von der Straße aufs Wasser gewechselt. Eine Wal-Safari vor der Küste von Andøya stand auf meinem Programm. Ein sehr lohnenswerter Ausflug, bei dem ich den sanften Riesen ganz nahe gekommen bin.<span id="more-141"></span></p>
<p>&#8220;Nennt mich Ismael!&#8221; &#8211; mit diesem Satz beginnt der Roman &#8220;Moby Dick&#8221; von Hermann Melville. Es geht um die Fahrt des Walfangschiffs &#8220;Pequod&#8221;, dessen Kapitän Ahab sich voller Hass auf die Jagd nach Moby Dick macht, dem weißen Wal, der ihm einst ein Bein abgerissen hat. Dabei opfert er letztendlich sich und seine gesamte Mannschaft. Nur Ismael, der Ich-Erzähler, kommt mit dem Leben davon.</p>
<p>Mein Glück, dass mein Kapitän am heutigen Tag nicht Ahab sondern Geir hieß. Geir hatte noch beide Beine, keine lange weiße Narbe im Gesicht und sah auch sonst nicht aus wie Gregory Peck, sondern hatte eher Ähnlichkeit mit einem Panzergrenadier der Bundeswehr (siehe unten). Mit ihm und der &#8220;MS Reine&#8221; bin ich heute raus aufs Meer gefahren, um Pottwale zu sehen. Da nur wenige Kilometer vor Andenes die Kontinentalplatte unter dem Meer steil abbricht und mit den aufströmenden kalten Wassermassen sehr viel Plankton und Krill nach oben kommen, sind die Gewässer sehr fischreich. Gute Lebensbedingungen für Pottwale.</p>
<div id="attachment_146" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/museum.jpg"><img class="size-medium wp-image-146" title="Simulierte 1000 Meter Wassertiefe im Wal-Museum" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/museum-300x225.jpg" alt="Simulierte 1000 Meter Wassertiefe im Wal-Museum" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Simulierte 1000 Meter Wassertiefe im Wal-Museum</p></div>
<p>Das alles weiß ich, weil vor der Praxis auch bei der Wal-Safari die Theorie kommt. Deswegen startete das Ganze auch nicht am Hafen, sondern in der Ausstellung des Wal-Museums. Hier erfuhr ich von Lindis, dem norwegischen Guide, alles über Größe, Gewicht, Verhalten, Abstammung und den Lebensraum der Wale. Zum Beispiel wusste ich vorher nicht, dass Pottwale nur durch das linke Nasenloch atmen. Das rechte nutzen sie, um Klicklaute von sich zu geben. Eine Information, die später noch wichtig werden würde.</p>
<div id="attachment_148" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/ausfahrt.jpg"><img class="size-medium wp-image-148" title="Kaum Wind, nur leicher Seegang" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/ausfahrt-300x225.jpg" alt="Kaum Wind, nur leicher Seegang" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kaum Wind, nur leicher Seegang</p></div>
<p>Nach der Führung durchs Museum ging es zu Fuß zum Hafen und dort an Bord der &#8220;MS Reine&#8221;, einem schon etwas älteren Boot, für das ich mich aber bewusst entschieden hatte, weil es deutlich mehr Charme besaß als der moderne Motor-Katamaran, den man auch hätte nehmen können. Eine Pille gegen Seekrankheit hatte man uns gleich nach der Begrüßung im Museum schon verabreicht, also konnte es losgehen. Ungefähr eine Stunde lang sollte das Schiff nach Westen fahren, in die Gegend, wo die Pottwale zwischen ihren 30- bis 40-minütigen Tauchgängen jeweils für ein paar Minuten an der Wasseroberfläche ausruhen, bevor sie erneut abtauchen.</p>
<div id="attachment_142" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Geir.jpg"><img class="size-medium wp-image-142" title="Kapitän Geir lauscht" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Geir-300x225.jpg" alt="Kapitän Geir lauscht" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kapitän Geir lauscht</p></div>
<p>Mit an Bord waren auch drei Guides und zwei Forscher des Wal-Zentrums. Die einen zum Erklären, die anderen, weil jede Ausfahrt – und sei es mit Touristen – auch im Dienste der Wissenschaft steht. Geir, der Kapitän, fuhr die ganze Zeit mit Kopfhörern, da er während der Fahrt die Klicklaute der Wale abhörte und anhand von ihnen zu bestimmen versuchte, wo ein Wal an die Oberfläche kommen könnte. Das Klicken folgt nämlich folgender Logik: Steht der Wal unter Wasser, klickt er langsam und regelmäßig. Bewegt er sich auf Beute zu, klickt er schneller. Hört er auf zu klicken, so besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er demnächst auftauchen wird. Eigentlich ganz einfach also. Allerdings ist es unmöglich vorherzusagen, ob er tatsächlich und wo genau er aus dem Wasser kommen wird. Und so hatten wir zunächst auch kein Glück, bis sich irgendwann dann doch der erste Pottwal zeigte.</p>
<div id="attachment_149" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/wal.jpg"><img class="size-medium wp-image-149" title="Der erste Wal des Tages" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/wal-300x225.jpg" alt="Der erste Wal des Tages" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Der erste Wal des Tages</p></div>
<p>Eine Wasserfontäne und ein grau glänzender Walrücken ein paar hundert Meter vor dem Boot. Die &#8220;Reine&#8221; fuhr langsam näher und legte sich direkt hinter den Wal, um uns Fotografen in die beste Position für den Moment zu bringen, wenn das Tier abtaucht und dabei seine Schwanzflosse aus dem Wasser hebt. Leider hat der erste Pottwal bei diesem Spiel aber nicht mitgemacht, sondern war plötzlich auch ohne seine Flosse zu zeigen verschwunden. Also hieß es wieder warten, ein wenig auf dem – zum Glück recht ruhigen &#8211; Meer hin und her zu kreuzen, bis irgendwo die nächste Atemfontäne auftauchte.</p>
<div id="attachment_150" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/andoya.jpg"><img class="size-medium wp-image-150" title="Walrücken - in Hintergrund Andøya" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/andoya-300x225.jpg" alt="Walrücken - in Hintergrund Andøya" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Walrücken - in Hintergrund Andøya</p></div>
<p>Dieser Ablauf wiederholte sich in den kommenden zweieinhalb Stunden noch ein paar Mal und am Ende konnten wir auf die stolze Bilanz von fünf Pottwalen (eigentlich waren es nur zwei Tiere, die aber mehrfach ab- und wieder aufgetaucht sind) und einem kleineren Minkwal blicken. Während der Rückfahrt in den Hafen gab es noch eine heiße Gemüsesuppe, die ich aber lieber ausgeschlagen habe, da mein Magen, trotz des eher mäßigen Seegangs und der Tablette vorher, nicht ganz auf der Höhe war.</p>
<p>Doch trotz der Übelkeit war es ein großartiges und unvergessliches Erlebnis. Nur ein paar Meter entfernt von tonnenschweren Pottwalen, die scheinbar seelenruhig vor einem im Wasser liegen. Die Bewegung und das leichte Rauschen der Wellen, der Wal, der immer wieder laut schnaubend eine Wasserfontäne nach oben pustet und völlige Stille an Bord, nur gestört vom Klicken der Kameras. Was für eine tolle Erfahrung.</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=274">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Windumpeitscht und sturmdurchtost</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 18:29:20 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittwoch – 29. Juni: Nach der kurzen Überfahrt mit der Hurtigrute nach Risøyhamn, habe ich mich direkt auf den Weg gemacht, weiter nach Andenes, dem Hauptort der Insel Andøya. Eine Etappe vorbei an seltenen Tieren und durch eine wilde Landschaft. &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=120">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_125" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/straße.jpg"><img class="size-medium wp-image-125" title="Morgenlicht auf der Straße nach Andenes" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/straße-300x225.jpg" alt="Morgenlicht auf der Straße nach Andenes" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Morgenlicht auf der Straße nach Andenes</p></div><strong>Mittwoch – 29. Juni:</strong> Nach der kurzen Überfahrt mit der Hurtigrute nach Risøyhamn, habe ich mich direkt auf den Weg gemacht, weiter nach Andenes, dem Hauptort der Insel Andøya. Eine Etappe vorbei an seltenen Tieren und durch eine wilde Landschaft. Und ein echter Kampf mit den Naturgewalten.<span id="more-120"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Während sich der überwiegende Teil des zivilisierten westlichen Europas noch in seinen Betten räkelte, haben mein Anhänger und ich heute morgen bereits die nächste Etappe in Angriff genommen. Exakt um 4:45 Uhr bin ich in Risøyhamn aus dem Postschiff geworfen worden. Nicht weil ich mich irgendwie daneben benommen hätte, nein, es war vielmehr der Fahrplan, der nicht wirklich auf meine (Schlaf-)Bedürfnisse abgestimmt war. Jedenfalls stand ich nach durchwachter und sehr kurzer Nacht an Bord der &#8220;MS Vesterålen&#8221; um Viertel vor fünf schon wieder auf der Straße. Hell ist es ohnehin die ganze Zeit – da blieb eigentlich nicht viel anderes zu tun, als langsam und gemütlich weiter zu radeln.</p>
<p><div id="attachment_126" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/bauernhof.jpg"><img class="size-medium wp-image-126" title="Bauernhof an der Küstenstraße" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/bauernhof-300x225.jpg" alt="Bauernhof an der Küstenstraße" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bauernhof an der Küstenstraße</p></div>Langsam und gemütlich – das funktionierte allerdings nur eine gewisse Zeit lang. Risøyhamn liegt am südlichsten Punkt der Vesteråleninsel Andøya. Genau am anderen, dem nördlichen Ende der Insel, befindet sich Andenes, mein Etappenziel, wo für die nächsten beiden Nächte schon ein Hotelzimmer auf mich wartete. Dazwischen entweder rund 50 Kilometer eher &#8220;normaler&#8221; Wegstrecke auf der Festlandseite, oder ungefähr 60 Kilometer – so steht es zumindest in vielen Reiseführern – spektakuläre Küstenstraße. Da musste ich gar nicht nicht lange überlegen, wo ich lang fahren sollte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><div id="attachment_127" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/wind.jpg"><img class="size-medium wp-image-127" title="Immer hart am Wind" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/wind-300x225.jpg" alt="Immer hart am Wind" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Immer hart am Wind</p></div>Die Küstenstraße führte zunächst vorbei an einigen Bauernhöfen an der zentralen Bergkette der Insel vorbei nach Westen in ein Moorgebiet. Als das Meer nach zehn Kilometern in Sicht war dann der Knick nach rechts, jetzt ging es – links das Meer und rechts die Berge – nach Norden weiter. Schnell wurde auch klar, was das größte Problem des Tages werden würde: der starke Wind. Zu meinem Glück kam der zunächst von hinten, einige Kurven weiter dann aber konstant von der Seite. Ich musste mich ganz schön dagegen stemmen, um nicht von einer der Böen von der Straße gepustet zu werden. Auch war es nicht wirklich ein Vergnügen, anzuhalten, um Fotos zu machen oder etwas zu essen – kaum bin ich mal eine Minute stehen geblieben, hat mich der Wind auch sofort ausgekühlt. Hinzu kam dann irgendwann die Müdigkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/profil.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-128" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/profil-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Das Profil der Etappe war glücklicherweise die meiste Zeit recht flach. Die schmale Straße, auf der fast keine Autos unterwegs waren, führte abwechselnd durch die Ausläufer der steilen Klippen und durch Moorgebiete. Überhaupt befindet sich auf Andøya das größte zusammenhängende Moorgebiet Norwegens &#8211; auch einige Forschungsstationen und ein Raketen-Abschussfeld zur Erforschung des Polarlichts und der Atmosphäre. Tiere gibt es ebenfalls zu beobachten, besonders Vogelfreunde kommen auf ihre Kosten. (Ich empfehle hier die Bildergalerie!)</p>
<p><div id="attachment_129" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/tunnel.jpg"><img class="size-medium wp-image-129" title="Tunnel kurz vor Andenes" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/tunnel-300x225.jpg" alt="Tunnel kurz vor Andenes" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Tunnel kurz vor Andenes</p></div>Nach der Durchquerung eines noch einmal etwas anstrengenden und windigen Hochtals und eines kurzen Tunnels hatte ich es dann geschafft. Andenes war nach knapp vier Stunden &#8220;Nachtfahrt&#8221; um 8:30 Uhr erreicht. Natürlich war mein Hotelzimmer noch nicht frei, aber ich konnte schon mal meine Sachen unterstellen und musste dann nur noch ein paar Stunden im Zentrum der 2.600-Einwohner-Metropole totschlagen. Was aber nicht schwerfiel. Erstmal bin ich in den Fahrradladen gegangen und habe meine Hinterradbremse richten lassen. Dann gab es ein kleines Frühstück in der Bäckerei inklusive kostenlosem Internet. Und auch für Morgen habe ich schon Vorbereitungen getroffen. Auf dem Schiff, das um 16 Uhr ablegt, ist für mich ein Platz bei der Wal-Safari reserviert.</p>
<p>&nbsp;<br />
Andenes war wegen seiner günstigen Lage lange Zeit ein Zentrum des norwegischen Walfangs. Heute, da nur noch wenige Arten gejagt werden dürfen und die Norweger auch nur einen Teil der ihnen zustehenden Abschussquote nutzen, ist die Stadt der Anlaufpunkt für Wal-Tourismus geworden. Gleich mehrere Anbieter veranstalten Bootstouren zur Beobachtung von Robben, Papageientauchern, Seeadlern und eben auch Pottwalen und Orcas.  Angeblich ist die Begegnung mit den Riesentieren sogar garantiert. Ich bin gespannt&#8230;</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=272">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Auch ein Samurai kriegt mal nasse Füße</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 19:48:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>az</dc:creator>
				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Dienstag – 28. Juni: Nachdem ich während der ersten beiden Etappen vom guten Wetter mehr als nur ein bisschen verwöhnt war, hatte ich heute etwas, was die Iren &#8220;a soft day&#8221; nennen. Mit anderen Worten, es hat geregnet wie Sau, &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=83">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_106" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Regenwetter22.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Regenwetter22-300x225.jpg" alt="Die Lofoten bei schlechtem Wetter" title="Die Lofoten bei schlechtem Wetter" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-106" /></a><p class="wp-caption-text">Die Lofoten bei schlechtem Wetter</p></div><strong>Dienstag – 28. Juni:</strong> Nachdem ich während der ersten beiden Etappen vom guten Wetter mehr als nur ein bisschen verwöhnt war, hatte ich heute etwas, was die Iren &#8220;a soft day&#8221; nennen. Mit anderen Worten, es hat geregnet wie Sau, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch getan hat.<span id="more-83"></span></p>
<p>Ich habe den Tag einigermaßen faul angefangen, was zum einem mit meinen schweren Beinen, zum anderen aber auch mit dem bereits erwähnten schlechten Wetter zu tun hatte. Kurz vor meiner Abfahrt in Henningsvær fing es an zu regnen und sollte auch bis zum Ende des Tages – abgesehen von kurzen Unterbrechungen – nicht mehr aufhören. Gut, dass ich den Film &#8220;Ghost Dog&#8221; von Jim Jarmusch zu meinen Favoriten zähle. Dort wird immer wieder aus dem Hagakure, dem Verhaltenskodex der japanischen Samurai, zitiert. Unter anderem steht dort wohl sinngemäß: &#8220;Wer sich beim Regen beeilt, den Regentropfen zu entkommen, der wird bis auf die Haut durchnässt. Wer sich aber Zeit lässt und jeden Schritt mit Bedacht macht, der wird nicht nass werden.&#8221; Das wollte ich dann doch gleich mal ausprobieren.</p>
<p>Zunächst aber habe ich etwas sehr vernünftiges getan: Ich bin zur nächsten Post geradelt – in  Henningsvær befindet sich die im örtlichen Supermarkt – und habe ein Paket voll mit Sachen, die ich nicht brauchen werde, zurück nach Hell geschickt. Was für eine Erleichterung: mit einem Schlag knapp zwei Kilo weniger auf dem Anhänger. So viel leichter bepackt, musste ich zunächst den Weg zurück zur Hauptstraße E10 finden. Und das ging trotz meiner Befürchtungen vom Vortag viel schneller und einfacher als erwartet. Ich vermute daher, mein Herumgenöhle von gestern Abend, kam vom Pudding, der sich über die Kilometer in Beinen und Kopf angesammelt hatte.</p>
<p><div id="attachment_107" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Tunnel.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Tunnel-300x225.jpg" alt="Blick zurück in den Tunnel" title="Blick zurück in den Tunnel" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-107" /></a><p class="wp-caption-text">Blick zurück in den Tunnel</p></div>Erste Bewährungsprobe auf meiner Etappe, die mich zunächst nur über ca. 25 Kilometer bis nach Svolvær bringen sollte, damit ich dort anhand des Zustands meiner Oberschenkel entscheiden könnte, ob ich noch weiter fahre oder nicht, war der knapp 800 Meter lange Rørvikskartunnel. Der war zwar beleuchtet, in diesem Fall bedeutete &#8220;beleuchtet&#8221; aber, dass die Lampen alle fünfzig Meter so funzelig wurden, dass diese Abschnitte zappenduster waren und sich auch durch meine – ebenfalls recht funzelige Aufstecklampe – nicht wirklich erhellen ließen. Kein schönes Gefühl, wenn man mitten im Verkehr quasi einen Blindflug mit Anhänger macht.</p>
<p><div id="attachment_108" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Svolvaer.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Svolvaer-300x225.jpg" alt="Zweites Frühstück in Svolvaer" title="Zweites Frühstück in Svolvaer" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-108" /></a><p class="wp-caption-text">Zweites Frühstück in Svolvaer</p></div>Danach war ich recht schnell in Svolvær, dem Hauptverkehrsknotenpunkt der Lofoten. Besonders schön ist der Ort nicht, außerdem hatte ich schon bei meinem letzten Besuch im vergangenen Sommer die große Fotorunde gemacht (und mir anschließend in einer Bar eine Flasche seit einem Jahr abgelaufenen Bitter Lemon mit Seifengeschmack verkaufen lassen). Daher bin ich diesmal nur auf den Marktplatz gerollt und habe ein zweites Frühstück eingelegt. Dabei hat mir Martin Gesellschaft geleistet, ein Schwede, dem ich schon gestern kurz nach dem Start begegnet war. Er ist vor einigen Wochen in Göteborg losgefahren und weiß noch nicht genau, wo es hingeht. Einziger Fixpunkt: In einem Monat hat er eine Verabredung mit Freunden in Lulea, in Nordschweden, danach will er vielleicht noch nach Osteuropa radeln <a href="http://www.solochmedvind.wordpress.com/">(hier der Link zu seinem Blog – für die, die gerne Schwedisch lesen&#8230;)</a>.</p>
<p><div id="attachment_109" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Regenwetter.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Regenwetter-300x225.jpg" alt="Unterwegs nach Stokmarknes" title="Unterwegs nach Stokmarknes" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-109" /></a><p class="wp-caption-text">Unterwegs nach Stokmarknes</p></div>Die Beine waren immer noch gut, das Wetter fortgesetzt schlecht, also fiel schnell die Entscheidung, weiter zu radeln. Espen, ein ehemaliger Studienkollege aus meinem Auslandssemester in Kristiansand, wohnt mittlerweile in Stokmarknes, einer kleinen Stadt ca. 50 Kilometer weiter und bei ihm hatte ich mich ohnehin schon mal lose auf einen Kaffee angemeldet. Die Straße führte jetzt über die Ostseite der Insel Austvagøy, vorbei an teilweise schneebedeckten Bergketten auf der anderen Fjordseite, die bei besseren Wetter sicher noch schöner gewesen wären. Immer noch ging es ständig hoch und runter, jetzt aber mit deutlich längeren flachen Abschnitten dazwischen.</p>
<p>In Fiskebøl musste ich die Fjordfähre nach Melbu nehmen. Das liegt schon nicht mehr auf den Lofoten, sondern auf der Nachbarinselgruppe, den Vesterålen. Zeit und Gelegenheit, etwas Warmes zu essen. In Anbetracht der etwas spärlichen Auswahl an Bord, entschied ich mich für ein heißes Würstchen im Brot. In Norwegen eine gefährliche Sache, jedenfalls dann, wenn man geschmacklich an deutsche Wurst gewöhnt ist (ich sollte vielleicht mal ein eigenes Kapitel über norwegische Würste schreiben&#8230;). Ich hatte jedenfalls eine <em>Baconpølse</em> geordert, wie sich herausstellte eine Bockwurst, gefüllt mit Käse, der durch welches Verfahren auch immer den Geschmack von gebratenem, rohem Schinken angenommen hatte. Ein heißer Kakao musste hinterher meine Geschmacksnerven wieder in Ordnung bringen.  </p>
<p><div id="attachment_121" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/hurtigruten.jpg"><img src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/hurtigruten-300x225.jpg" alt="Die MS Vesterålen holt mich ab" title="Die MS Vesterålen holt mich ab" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-121" /></a><p class="wp-caption-text">Die MS Vesterålen holt mich ab</p></div>In Melbu rollte überraschenderweise auch Martin, den ich weit hinter mir wähnte, mit von Bord. Also haben wir die letzten 15 meiner 76 Tageskilometer nach Stokmarknes gemeinsam in Angriff genommen – immer noch im dicksten Regen übrigens. Dort angekommen ist er gleich weiter gefahren, während ich mich in der Toilette des ortsansässigen Hurtigruten-Museums umgezogen und auf Espen gewartet habe – das war dann allerdings nicht mehr in der Toilette, sondern im Pub nebenan. Einen schönen und gemütlichen Abend später, bin ich um 1.30 Uhr an Bord der Hurtigrute gegangen. Ausgerechnet die &#8220;MS Vesterålen&#8221; war es, die mich abgeholt hat, ein Schiff, das ich aus dem vergangenen Jahr bestens kenne und das dadurch besticht, dass es weder den Komfort der modernen noch den Charme der alten Hurtigruten-Schiffe besitzt. Wie auch immer, jedenfalls wird die &#8220;Vesterålen&#8221; mich heute Nacht nach Risøyhamn, zum Startpunkt meiner nächsten Etappe, bringen.</p>
<p>Ach ja, und noch ein Wort zum Hagakure: Das mit dem Regen und dem nicht-nass-werden mag im alten Japan funktioniert haben – hier in Nordnorwegen tut es das definitiv nicht.</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=270">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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		<title>Das Venedig des Nordens</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 21:36:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>az</dc:creator>
				<category><![CDATA[Letzte 1000]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag – 27. Juni: Auf meiner ersten richtigen Etappe – gestern war ja nur ein kleiner Aufgalopp – bin ich direkt in die Vollen gegangen und viel weiter gefahren, als ursprünglich geplant. Aber Beine und Wetter waren gut. Alles lief &#8230; <a href="http://andreas-ziemons.de/?p=66">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_67" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Henningsvaer.jpg"><img class="size-medium wp-image-67" title="Henningsvaer" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Henningsvaer-300x225.jpg" alt="Henningsvaer" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Fischerdorf Henningsvaer</p></div>
<p><strong>Montag – 27. Juni:</strong> Auf meiner ersten richtigen Etappe – gestern war ja nur ein kleiner Aufgalopp – bin ich direkt in die Vollen gegangen und viel weiter gefahren, als ursprünglich geplant. Aber Beine und Wetter waren gut. Alles lief wunderbar, bis ich ganz am Ende dann doch noch einen Fehler gemacht habe.<span id="more-66"></span></p>
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<p>Aber von vorn: Nach einer einigermaßen erholsamen ersten Nacht im neuen Zelt habe ich den Tag erst mal mit einem Frühstück im Freien mit Meerblick begonnen. Dann ging es ein paar Kilometer an der Küste entlang bis zum Abzweig zum kleinen Fischerdorf Nusfjord. Dorthin wollte ich, weil es zum einen sehr schön ist, zum anderen aber fährt von dort nach Ballstad auf der Nachbarinsel auch eine Fahrrad-Fähre, die ich am Vorabend per Telefon bestellt hatte. Mit ihr kann man dem knapp zwei Kilometer langen Nappstraumtunnel ausweichen, durch den die Hauptstraße der Lofoten nach Norden führt.</p>
<p><div id="attachment_68" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Nappzinnen.jpg"><img class="size-medium wp-image-68" title="Die Nappzinnen" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Nappzinnen-300x225.jpg" alt="Die Nappzinnen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nappzinnen</p></div>Die Strecke nach Nusfjord brachte direkt die erste ernstzunehmende Bergwertung des Tages aber auch einen herrlichen Blick auf die Nappzinnen, eine schneebedeckte Gipfelkette, unter der die Straße entlangführt. Vorbei an einem blau-grünen See und durch eine kleine Schlucht kommt man schließlich nach Nusfjord. Alleine ist man dort um diese Jahreszeit allerdings nicht. Ganze Busladungen von Touristen strömen jeden Tag durch den Ort. Die 50 Kronen Eintritt (ca. 6 Euro), die jeder Besucher bezahlen muss, bevor er nach Nusfjord hinein darf, wurden mir als Fahrradfahrer freundlicherweise erlassen.</p>
<p><div id="attachment_70" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Nusfjord.jpg"><img class="size-medium wp-image-70" title="Das Hafenbecken von Nusfjord" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Nusfjord-300x225.jpg" alt="Das Hafenbecken von Nusfjord" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Hafenbecken von Nusfjord</p></div>Bevor mein Boot kam, hatte ich noch Zeit mir das Fischerdorf, das im Grunde nur aus einem kleinen Hafenbecken mit Boothäusern besteht, anzusehen. Einige der Boothäuser (norwegisch: Rorbuer) kann man als Ferienzimmer mieten, in einem anderen ist eine alte Trankocherei noch vollständig erhalten. Lustig ist übrigens, wie schnell man mit anderen Leuten in Kontakt kommt, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist und dabei noch einen mit einem vermeintlich zentnerschweren Sack bepackten Anhänger hinter sich herzieht. Das scheint Fragen geradezu herauszufordern. Und natürlich trifft man auf jede Menge anderer Radtouristen. So habe ich in Nusfjord mit einem älteren Herrn aus Hamburg gesprochen – ich habe ihn nicht nach seinem Namen gefragt, aber nennen wir ihn Paul. Paul war schon seit sechs Wochen unterwegs und kam gerade vom Nordkapp, sodass er einige vielleicht später noch wertvolle Tipps für mich hatte.</p>
<p><div id="attachment_72" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Südroute1.jpg"><img class="size-medium wp-image-72" title="Blick auf die Nachbarinsel Austvagøy" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Südroute1-300x225.jpg" alt="Blick auf die Nachbarinsel Austvagøy" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf die Nachbarinsel Austvagøy</p></div>In Ballstad auf der Lofoteninsel Vestvagøy angekommen ging es nach Leknes zur Hauptstraße und von dort direkt wieder auf eine Nebenstrecke, die südlich um die Insel herumführt. Ein knackiger Anstieg biss mir in die Oberschenkel, die anschließende steile Abfahrt, die fast noch ätzender war, hat meine Handballen ziemlich beansprucht. Vom vielen Bremsen hätte ich tatsächlich fast Krämpfe bekommen. Danach ging es auf der Küstenstraße mehr oder weniger flach und mit tollen Ausblicken weiter. Schon bald hatte ich den Brustranda Campingplatz, mein eigentlich vorgesehenes Tagesziel, erreicht. Da es aber erst 14 Uhr war, entschloss ich mich noch weiter nach Henningsvær zu fahren, das man auch das &#8220;Venedig des Nordens&#8221; nennt und das in der Kabeljausaison von Januar bis April Hauptstandort der letzten Lofotfischer ist.</p>
<p><div id="attachment_73" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Fischsuppe.jpg"><img class="size-medium wp-image-73" title="Fischsuppe am Hafen" src="http://andreas-ziemons.de/wp-content/uploads/2011/06/Fischsuppe-300x225.jpg" alt="Fischsuppe am Hafen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Wenigstens die Fischsuppe am Hafen war gut...</p></div>Im Nachhinein war das vielleicht ein Fehler. Die Straße, die über zwei weitere Spannbetonbrücken führte, von denen die zweite ordentlich in die Schenkel gebissen hat, wurde am Ende immer hügeliger. Besonders der ca. acht Kilometer lange Abzweig nach Henningsvær hatte es in sich. Ich hätte ihn nicht nehmen sollen – direkt davor war ein schöner Campingplatz, den mir übrigens auch Paul empfohlen hatte. Höhepunkt der extrem welligen Strecke waren zwei steile, einspurige Brücken, vor denen ich jeweils an einer roten Ampel den Gegenverkehr abwarten musste, um sie dann ohne mitgebrachten Schwung zu überfahren. Morgen muss ich den ganzen Quatsch dann wieder zurückstrampeln&#8230; Noch dazu gab es in Henningsvær wider Erwarten keinen Campingplatz und wegen der Touristensaison auch kaum ein Zimmer. Erst ganz am Ende des Orts wurde ich fündig.</p>
<p>Jetzt wohne ich für eine Nacht im Hotel und werde hier gleich wohl wie ein Stein ins Bett fallen. Denn immerhin sind mein Rennrad, der Anhänger und ich heute 95 Kilometer weit geradelt&#8230;</p>
<p><a href="http://andreas-ziemons.de/?page_id=268">Hier geht&#8217;s zur Bildergalerie&#8230;</a></p>
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